Heimatbänke

Es sind Menschen dieser Stadt: Künstler und Unternehmer, Originale, die man kennt. Jene, die ein besonderes Anliegen haben – und eben eine Geschichte erzählen können. Interessant und persönlich. Manche sind auch ein Vorbild für andere. In Weinheim haben 13 dieser Personen jetzt eine feste Bank, im wahrsten Sinne des Wortes. Im vergangenen Jahr war es ein Projekt der Heimattage Baden-Württemberg, unterstützt von der Weinheimer Marketing-Agentur TourComm Germany.

Weinheimerinnen und Weinheimer wurden im Ratssaal gefilmt und interviewt. Dabei erzählten sie aus ihrem Leben, was ihnen Weinheim als Heimatstadt bedeutet, wie sie dorthin gekommen sind und wo ihre Lieblingsplätze sind. Das Projekt trägt den Namen „Heimatbänke“ und wurde jetzt umgesetzt. Die Aufnahmen sind im Internet abrufbar unter https://www.maqnify.com/rundwege/weinheim-heimatbaenke oder eben über QR-Codes, die an 13 Bänken im Stadtgebiet angebracht worden sind. Einfach abscannen, dann hört und sieht man die Geschichten, etwa zwei Minuten lang.
Zum Beispiel jene der bekannten Weinheimer Jazz-Pianistin und Kulturbotschafterin Anke Helfrich in Lützelsachsen (die genauen Standorte sind online auf einer Karte dargestellt). Bäckermeister und Sommelier-Weltmeister Michael Kress ist in Hohensachsen auf dem Anet-Platz verewigt, Mundart-Literat und Buchautor Markus Weber hat seine Bank an seinem Lieblingsort, nämlich am Eingang in den Exotenwald, den er täglich mit seinem Hund Mowgli durchstreift. Juan Salazar, vor 40 Jahren mit seinem Bruder Andres Gründer und so lange schon Chef des Café Florian am Marktplatz, erzählt auf der Bank vor der Tourist-Info gegenüber seines Cafés, wie er als Gastarbeiterkind nach Weinheim gekommen ist. Der legendäre langjährige La Cantina-Chefkoch Alberto Ferrarese ist auf der Bank am Hexenturm zu hören und zu sehen. Joachim Gutjahr, Inhaber des weit über Weinheim hinaus bekannten Laden „Eisenbahn –Grimm“ in der Grabengasse, beglückt den Ortsteil Sulzbach mit seiner Story.
Die Zusammenstellung der Truppe ist so bunt wie Weinheim selbst. Philipp Nunninger, engagierter Weinheimer mit Handicap und guter Laune, spricht in Ritschweier, der „Dr. Woggle-Sänger und Pädagoge Nikolaus Knapp in Oberflockenbach vor der Alten Schule, Stadtseniorenrat-Sprecherin Sonja Kühn in der Ortsmitte von Rippenweier. Jaha Rehepi, Handwerksmeister mit Migrationsgeschichte, hat seine Heimatbank in der Nordstadt, Medienunternehmer Matthias Abt in der Weststadt, Windeck-Burgherr Rolf Pflästerer an der Peterskirche und Unternehmer Jean-Michel Asfour im Babo-Park gegenüber dem Hermannshof.

Symbolisch wurde jetzt die stellvertretend für alle 13 Orte der informativen Ruhe die Bank an der Tourist-Info mit einigen Protagonisten eingeweiht, Juan Salazar konnte seine Geschichte sogar live erzählen. Cornelia Eicher, Leiterin des Stadttourismus Weinheim und Dominic Fischer von TourComm Germany bedankten sich bei den Geschichtenerzählern für die Teilnahme.
Alle Standorte auf: https://www.maqnify.com/rundwege/weinheim-heimatbaenke